Ein bisschen Krieg in Syrien?

Georg Restle am 29.11.2015

Ein bisschen Krieg in Syrien?

Von Georg Restle

Erst war nur die Rede von sechs Tornados, einer Fregatte und einem Tankflugzeug. Jetzt geht es um 1.200 Soldaten, die Deutschland in den Krieg nach Syrien schicken will. Nein, ein rein symbolischer Beitrag zum Antiterrorkampf ist das längst nicht mehr. Und eine gefährlich falsche Entscheidung sowieso. Nicht nur, weil die völkerrechtliche Begründung der Bundesregierung auf tönernen Füßen steht. Sondern weil Deutschland drauf und dran ist, sich in einen Stellvertreterkrieg zu verstricken, der nur vordergründig islamistische Terroristen vernichten will.

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Die Kardinalfrage nämlich bleibt unbeantwortet: Welchen, oder besser: wessen Krieg will die Bundesregierung eigentlich unterstützen? Den des Diktators Assad und seines Schutzherrn Putin? Oder den einer amorphen syrischen Opposition, die hier vom Westen und da von der Türkei unterstützt wird? Gemessen an der derzeitigen Konfliktlage in Syrien, bot Afghanistan ein geradezu übersichtliches Tableau. Und leider scheint sich der Fehler von damals zu wiederholen: Einen Masterplan hat diese Regierung auch dieses Mal nicht zu bieten – von einer Exit-Strategie ganz zu schweigen. Allein aus – falsch verstandener – Solidarität schlittert Deutschland in einen völlig unkalkulierbaren Krieg, der wieder nur neuen Terrorismus gebären wird. Alles schon mal dagewesen.

Und alternativlos ist diese Entscheidung schon gar nicht. Warum nur setzt sich die Bundesregierung nicht für die Entsendung einer vom Sicherheitsrat mandatierten UNO-Truppe ein? Eine Truppe, an der alle fünf Veto-Mächte beteiligt wären – mit einem klaren Ziel: Das Blutvergießen zu stoppen und die humanitäre Katastrophe in Syrien zu beenden. Dies wäre jedenfalls erfolgversprechender als ein planloses Himmelfahrtskommando, das am Ende nur die Interessen alter Kolonial- und neuer Regionalmächte befeuert, die in Syrien weniger gegen den Terror als vielmehr um die Vormachtstellung im Nahen Osten kämpfen.

Stand: 29.11.2015, 18:00

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14 Kommentare

Neuester Kommentar von "M.", 07.06.2017, 14:59 Uhr:

Nun zieht unsere Luftwaffe also nach Jordanien. Wieder in ein Land welches auch islamisch regiert wird und welches von diesem Krieg in Syrien / Irak / IS und durch Flüchtlinge direkt betroffen ist. Unser Land hat sich aus Kriegen anderer Länder herauszuhalten und nicht zu beteiligen. Unsere Bundeswehrsoldaten sind zurück nach Deutschland zu holen. Sie ist für unsere Landesverteidigung verantwortlich und nicht für Kriegsführungen irgendwo auf der Erde. Durch angeordnete Kriegsbeteiligungen unserer Regierung im Ausland werden Auswirkungen der Krieg bis in unser Land gezogen. Somit sollten sich unsere Politiker nicht darüber wundern dass man auch bei uns in den Städten nicht vor Anschlägen sicher sein kann. Im Namen von Deutschland wurden im geschichtlichen Rückblick genügend Kriege geführt. Wann endlich begreifen dieses unsere Politiker und deren demagogische Journalisten. Das deutsche Volk will, sicherlich mehrheitlich, niemals wieder sehen dass Politiker oben am Rednerpult steh ...

Kommentar von "Friedlich Leben", 23.03.2017, 14:37 Uhr:

Es ist denkwürdig dass in den Medien immer wieder über den Krieg in Syrien berichtet wird und sehr selten nur über den Krieg im Irak und dem Jemen. Nun, vielleicht liegt es daran dass im Jemen und Irak die Amerikaner "kriegen" und in Syrien die von den USA verhasste syrische Regierung (unter Unterstützung der verhassten Länder Russland und Iran), welche gestürzt werden soll. Sähe es heute in der Ukraine gleich wie in Syrien, im Irak und Libyen aus wenn die Kiewer Regierung nicht geputscht worden wäre? Hätten es die Westmächte vor Jahrzehnten nicht geschafft den Schah zu stürzen, wäre heute noch der Iran gut befreundet mit den USA und folgend den US-abhängigen EU-Staaten.

Kommentar von "Friedlich Leben", 22.03.2017, 11:33 Uhr:

Unser Land sollte sich absolut aus den Regierungsstürzen, Revolutionen und Kriegen anderer Länder heraushalten. Jede Beteiligung unseres Landes bisher in den Ländern keinen wahren Frieden geschafft sondern meist nur das Leid der Menschen vergrößert. Nun krachte es wieder zwischen Israel und Syrien. Laut Nachrichten hat Israel den kriegerischen Akt begonnen und Ziele in Syrien angegriffen. Nach meinem Verständnis hatte nun Syrien das Recht zur Gegenwehr. Doch wird das in unseren Medien wieder einmal so dargestellt als wäre Syrien der Aggressor. Sicher, wir Zuschauer können den wahren Sachverhalt nicht ergründen, doch ein können wir einfordern: Unser Land gar auch aus diesen Kriegsgebieten im Nahen Osten, und auch anderswo herauszuhalten und sich zurückzuziehen wo unser Land bisher tätig war. Merkwürdigerweise wird in unseren Medien immer wieder über den Krieg in Syrien und kaum über den Krieg im Irak und im Jemen berichtet. Unsere Medien und Politiker sollten endlich anfangen ...

Kommentar von "Friedlich Leben", 10.03.2017, 11:27 Uhr:

Politiker sowie Journalisten müssen endlich damit aufhören Kriege als führbar zu beschreiben. Es ist ja nicht mehr auszuhalten wie provokativ Politiker und meinungsmachende Journalisten Kriege, auch atomar geführte Kriege als machbar einstufen. Wo ist die Verantwortung, die Moral und Ethik der Menschen geblieben welche vor Jahrzehnten Politiker und Journalisten inne hatten und denn Fall des eisenenen Vorhangs und die deutsche Wiedervereinigung schafften. Diese neue Ideologie der Links-grün-68er, welche über wenige Generationen herangewachsen ist, wirkt für unser Land und sogar für die Erde brandgefährlich. Die Alten, die Gründer der Ideologie haben noch in Wälder, in Demonstrationscamps (vielfach unter Drogenrausch) gehaust und waren mit dem Füllen von B""ndflaschen", und Steine sammeln beschäftigt um gegen den, wie sie es nannten " Schw""""Staat ", präsentiert durch die in deren Ansicht "Bul"""n", zu kämpfen. Heute haben es die Anhänger dieser Ideologie geschafft in politisc ...

Kommentar von "Frank Meier", 20.02.2017, 14:37 Uhr:

Derzeitig wird viel diskutiert über die Absprache Militärausgaben in Höhe von 2.0 % des Bruttoinlandsprodukt der Beitrittsländer. Nur immer wieder über die geforderten zwei Prozent zu sprechen, ohne dass das Volk darüber aufgeklärt wird was alles in die zwei Prozent eingerechnet wird ist meinungsmanipulierend. Gehören die Kosten der Kriegsführungen unseres Landes in Afghanistan und die Auslandeinsätze unserer Bundeswehr in anderen Ländern mit zu den zwei Prozent? Es sollte auch diskutiert werden ob die Kosten der Flüchtlingsaufnahme mit eingerechnet werden. Die USA hat trotz größerer Einwohnerzahl erheblich weniger Flüchtlinge aufgenommen als Deutschland. Die USA ist aber meiner Meinung nach ursächlich an dieser Völkerwanderung durch ihre Kriegsführungen, zum Beispiel Syrien, Libyen mit beteiligt. Nutzen die USA und die anderen Länder eine gleiche Formel um die geforderten Prozentpunkte zu erreichen?

Kommentar von "Anonym", 09.02.2017, 20:10 Uhr:

Ja, "ein bisschen Krieg", überall, nicht nur in Syrien. Die Militaristen der Welt, gerade in den USA und den NATO-Staaten bestimmen inoffiziell über die Politiker. Es scheint vielen angeblich wichtigen, aggressiven Personen nicht zu gefallen dass es immer noch nicht zum Krieg mit Russland gekommen ist. Diese Leute arbeiten sichtbar emsig daran dass es für sie endlich zwischen den Blöcken kracht. Heute ist wieder von Aggressionen, Provozierungen (meine Bezeichnungen) der NATO-Staaten nahe der russischen Grenze zu lesen. Sie lassen Soldaten durch Fußmärsche Russland gegenüber beweisen zu wollen dass die Soldaten auch unter Winterbedingungen, wie sie in Russland existieren, einsatzfähig sind. Was sind die "Menschenführer" aus den kriegstreibende Staaten der NATO für denkwürdige Aggressoren. Sie unterliegen scheinbar den Irrglauben dass der nächste Krieg in vergleichbarer Form stattfinden wird wie in den zwei Weltkriege. Sie werden sich in schrecklicher Weise täuschen. Im nächst ...

Kommentar von "Julia Schneider", 29.01.2017, 11:18 Uhr:

Überall Krieg in der Welt, zumeist von den USA geführt. Gab es nach dem 2. Weltkrieg irgendwann einen Moment in dem die USA nicht Krieg führte gegen. ein anderes Land? Und unsere Kanzlerin? Sie stand meinem Eindruck nach seit ihrer allgemeinen Bekanntheit in Deutschland immer hinter diese Kriegspolitik der USA. Schon bei ihrem ersten Telefongespräch mit Trump sprach sie wieder einmal über die Wichtigkeit der NATO um sich gegen angeblich russische Aggressionen zu schützen. Was will diese Frau eigentlich? Will sie uns friedlich lebende Menschen in einen Weltkrieg hetzen? Sie war laut Medien für den Irakkrieg, den Libyenkrieg, den Afghanistankrieg, sie stand im Georgienkrieg offensichtlich auf der Seite der Kriegsführungen georgischen Regierung und nun steht sie im ukrainischen Krieg auf der Seite der Ukrainischen Regierung. Immer nur für Kriege.

Kommentar von "Lars Krämer", 24.01.2017, 20:28 Uhr:

Ja, wen will unsere Bundesregierung in Syrien unterstützen? Mit welchem Recht ist unsere Bundeswehr in Syrien am Krieg beteiligt? Ist es nur das Recht des Stärkeren, der USA, welches unsere Bundesregierung in Syrien unterstützend beisteht. Heute stand in einer Zeitung dass die USA einen großen Stützpunkt in Syrien baut. Hat die USA die syrische Regierung gefragt? Ich glaube nicht. Hier im Bericht wird wieder vom russischen Einsatz in Syrien gesprochen und von der syrischen Opposition. Dass die USA schon rund zwei Jahre länger als Russland in Syrien militärisch aktiv ist, das wurde auch hier wieder nicht genannt. Und die militärische Aktivität in Syrien liegt offenbar nicht in Genehmigung der syrischen Regierung. Es wird in den Medien doch immer wieder darüber berichtet dass die USA die Regierung in Damaskus stürzen und durch eine USA-freundliche Regierung ersetzen will.

Kommentar von "Anonym", 13.12.2016, 15:32 Uhr:

Bisher haben deutsche Regierungen unser Land immer wieder mit anfänglich kleinen Schritten in Kriege geführt. Die ersten Sätze für kriegerische Handlungen lauteten fast immer: "Deutschland muß mehr Verantwortung in der Welt übernehmen". Am Anfang werden angeblich Brunnen und Kindergärten gebaut, dann kommen dumme Sprüche wie "Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt" und Jahre später ersetzen unsere Soldaten die Soldaten anderer Mächte welche die Kriege verursacht und begonnen haben. Vergessen sind die Sätze wie: "Nie wieder Krieg" oder "Ein deutscher Soldat darf niemals wieder ein anderes Land in kriegerischer Absicht betreten". Mit hoher Wahrscheinlichkeit kommen später - wenn wir diese Kriege überstehen sollten - auch wieder die Vorwürfe: "Warum habt Ihr das zugelassen", "Wie könnte das passieren?" oder "Warum habt Ihr Euch nicht gewehrt". Unser Land ist nicht die Weltpolizei mit der Vollzugsgewalt Bundeswehr. Die UNO soll sich endlich selbst eine Einsatzarmee fü ...

Kommentar von "Anonym", 13.12.2016, 15:15 Uhr:

Unser Deutschland schlittert nur deswegen in den Krieg gegen Syrien weil unsere Regierungspolitiker mitsamt ihrer Anhängerschaft es so wollen. Politiker welche sich offiziell Volksvertreter nennen. Doch vertreten sie unser gesamtes Volk wenn sie unsere Bundeswehr in einen Krieg gegen Syrien schicken? Unser Land hat kein Recht die Grenzen Syriens militärisch zu übertreten und gegen das Land Krieg zu führen. Die demokratisch gewählte Regierung in Syrien hat uns nicht um Hilfe gegen IS gerufen (und bisher die UNO auch nicht). Russland wurde den Medien nach zu urteilen durch die syrische Regierung um Hilfe gebeten und nicht die die USA und seine unterwürfigen Dienerstaaten. Warum kämpfen die USA gegen Syrien und dessen Regierung. Es ist doch offensichtlich der Grund weil Syrien mit dem Iran und Russland freundschaftlich verbunden ist. Den Politikern der USA stört es furchtbar dass Russland in Syrien einen Stützpunkt unterhält und ein anderer Grund scheint zu sein dass die USA e ...

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