Hamburger Rauchzeichen

Georg Restle am 13.07.2017

Hamburger Rauchzeichen

Von Georg Restle

Der Qualm über dem Schanzenviertel ist kaum verraucht, da steht für die meisten schon fest, was da in Hamburg ganz genau stattgefunden hat – und wer dafür verantwortlich ist. Die Feindbilder sitzen, je nach politischer Interessenslage.

Demonstranten und Polizisten bei Auseinandersetzungen

Von wem ging die Aggression aus?

An Fakten ist kaum noch jemand interessiert. Ab jetzt geht es nur noch um Legenden. Um Wahlkampffutter, dessen Mindesthaltbarkeitsdatum jedenfalls bis weit in den September reichen soll. Die Version der SPD: Nichts war vorhersehbar, die Polizei hat einen tollen Job gemacht, Olaf Scholz ebenso. Die Version der Union: Alles war vorhersehbar, die Polizei hat einen tollen Job gemacht, Angela Merkel ebenso. Summa summarum: Die Polizei hat immer Recht und an allem waren die „Linksextremisten“ schuld - wobei das jeweilige Koordinatensystem darüber entscheidet, was als links und was als extremistisch gilt. Details, Fakten, Beweise? Nebensache.

Klar ist nur: Vieles ist noch völlig ungeklärt. Wer waren die (ausländischen) Krawallmacher und hatten sie überhaupt irgendetwas mit den G20-Protesten zu tun? Von wem ging die Aggression bei der Demonstration am Donnerstag aus? Gab es tatsächlich einen „Hinterhalt“ im Schanzenviertel, der ein polizeiliches Eingreifen verhindert hat? Wurden die Gipfelteilnehmer besser geschützt als die Bevölkerung? Wie viele Demonstranten wurden Opfer von Polizeigewalt und wie viele Polizisten wurden verletzt? Gab es wirklich „linksextremistische Gewalttäter“, die sich in den Protestcamps zurückgezogen hatten – und wo sind die Beweise hierfür?

Die Antworten auf diese - und viele andere – Fragen könnten klären, wer da wirklich versagt hat in Hamburg – und warum.

Dass ein Sonder- oder Untersuchungsausschuss zu einer solchen, ehrlichen Aufklärung beitragen kann, darf allerdings bezweifelt werden. Denn ab jetzt ist Wahlkampf, und da kommt es auf nüchterne Fakten bekanntlich weniger an.

Stand: 13.07.2017, 15:00

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2 Kommentare

Neuester Kommentar von "Martin Müller", 18.07.2017, 19:33 Uhr:

Die Frage "Von wem ging die Aggression aus" zeugt einfach von Unwissenheit und lässt eine beabsichtigte Meinungsmanipulation von liks-grün orientierten Journalisten vermuten. Ihre Sympathie für Straßenschläger geht zu weit. Folgende Bilder / Filme gab es für uns im Fernsehen und in Zeitungen zu sehen: Vermummte Demonstranten warfen brennende Benzinflaschen und Pflastersteine auf Polizisten, warfen Gehwegwegplatten, Pflastersteine und Benzingefüllte Flaschen von Dächern auf Polizisten um sie umzubringen, warfen einen brennenden Gegenstand in den Hausflur eines bewohnten Hauses um es mitsamt Bewohner anzuzünden, schlugen Schaufenster ein, in eine Bank und einen Drogeriemarkt plünderten und wandalierten sie, schlugen die Seitenscheiben eines besetzten Busses (laut Aussage auch mit Kindern besetzt) ein, in der Hand hielt der Demonstrant eine brennende Fackel, schlugen Autoscheiben parkender Autos ein und setzten sie in Brand, errichteten brennende Barrikaden und so weiter.

Kommentar von "B.", 18.07.2017, 09:41 Uhr:

So habe ich es nicht gesehen. Aus meiner Sicht heraus wurde von vorne herein, sogar schon bevor die Krawalle erst richtig losgingen, von Journalisten und links-grün-68er Anhänger wieder einmal die Polizei beschuldigt. Jedoch ist so etwas wie selbstverständlich, fast alle Journalisten im Land stehen ideologisch auf der gleichen Seite wie die Demonstranten. Somit braucht man auch zukünftig bei Demonstranten nicht großartig raten wer der Schuldige bei Krawalle bei Demonstrationen ist, es ist bei Links-Grün-68er immer wieder die Polizei und die Staatsführung. Zumindest so lange bis die Links-Grün-68er endgültig die Macht im Land ergriffen haben.