Gleichgeschaltete Medien? Kriegt Euch wieder ein!

Georg Restle am 19.05.2014

Gleichgeschaltete Medien? Kriegt Euch wieder ein!

Von Georg Restle

Für nichts gibt es im Netz mehr Applaus als für die Behauptung, wir wären von "gleichgeschalteten Medien" manipuliert und fremdgesteuert. Als sei Goebbels wieder auferstanden und die deutsche Medienlandschaft unter der Kontrolle von finsteren Mächten, seien es multinationale Konzerne, Spin-Doktoren oder militärische Geheimbünde. Ob Ukraine-Konflikt, Finanzmarktkrise oder Rentenpolitik: Immer sind es die nützlichen Idioten der Medien, die das Volk belügen, einlullen und hinter die Fichte führen.

Georg Restle

MONITOR-Redaktionsleiter Georg Restle

Was die Debatte so gefährlich macht? Dass sie kritischen Journalismus zum gesellschaftlichen Nullum erklärt und letztendlich den Vereinfachern den Weg ebnet, die hinter ihren ideologischen Scheuklappen jegliche Differenzierung verhindern. Letztendlich machen diese Kritiker des Mainstreams den gleichen Fehler wie die von ihnen Kritisierten: Sie blenden aus, sie vereinfachen, sie manipulieren.

Am Ende stehen Glaubenskriege statt das zähe Ringen um Wahrhaftigkeit - und simple Feindbilder statt gesellschaftlicher Komplexität. So macht man es den journalistischen Meinungsführern viel zu einfach!

Ja, es gibt einen journalistischen Mainstream, der unkritisch Formulierungen, Deutungen und Propagandalügen übernimmt, weil es im Alltagsgeschäft einfacher ist, im lauen Wind der herrschenden Meinung zu segeln, als sich den Mühen der Recherche auszusetzen. Ja, es gibt Meinungsführer, die auf dem Ticket der Bertelsmänner, transatlantischer Vereinigungen oder der politischen Stiftungen unterwegs sind. Und ja, es gibt die Scheren in den Köpfen von Journalisten, die jedes journalistische Anecken als Karrierehindernis begreifen. Dass die PR-Strategen aufgerüstet haben, dass die Meinungsvielfalt bspw. im Zeitungsmarkt unter Druck gerät und dass hochgerüstete Anwaltskanzleien kritischen Journalisten zunehmend das Leben schwer machen. All dies gehört zur gesellschaftlichen Realität. Hier muss gegen gehalten werden, selbstkritisch aufklärerisch - aber nicht durch haltlose Verallgemeinerungen, die nichts anderes sind als billige Vorurteile von (nach-) denkfaulen Polemikern.

Georg Restle

Stand: 15.07.2014, 18:50

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59 Kommentare

Neuester Kommentar von "JotWeGe", 16.09.2015, 13:39 Uhr:

Wer darf das Kind beim Namen nennen? Die wenigen, die was davon erkannt, Die töricht g'nug ihr volles Herz nicht wahrten, Dem Pöbel ihr Gefühl, ihr Schauen offenbarten, Hat man von je gekreuzigt und verbrannt.

Kommentar von "Klaus Fritz", 25.07.2015, 09:51 Uhr:

Die von den öffentlich-rechtlichen ausgehende Manipulation basiert auf einfachem Kapitalismus. Eine Geschichte dem Chef gefällig über reale Bilder zu legen, abzulichten und als Realrecherche zu verkaufen wird zum professionelles Vorgehen. Dabei hat das die "Fox tönende Wochenschau" schon gut gekonnt. Die aufwändige Recherche selbst gibt es nicht mehr. Wir dummen Wutbürger bezahlen dann mit den allgemein verordneten Rundfunkgebühren unsere Schmähung als uneinsichtige Unbelehrbare mit dramatischer Musik unterlegt.

Kommentar von "Andre R", 08.01.2015, 19:18 Uhr:

Komplexität ist in vielen Fällen nicht skriptbar für den Leser oder den Zuschauer. Viele wichtige Fragen sind vom Schild technokratischer Erzählungen abgeschirmt. Journalismus kommt nicht ohne Vorverständnisse aus. Gefährlich wird es dann, wenn ein Journalist diese Vorverständnisse mit einer Sicht der Vernunft gleichsetzt. Die hier kritsch aufgeführten Think Tanks machen solide Grundlagenarbeit. Diese Tiefe fehlt anders positionierten Interessengruppen oft. Um seine Vorverständnisse zu analysieren lohnt es sich die Sprache anzuschauen, in der man kommuniziert, genau abzuklopfen, was man voraus setzt.

Kommentar von "Mamilein", 09.12.2014, 20:15 Uhr:

Muss Sohni beipflichten. Jeden Tag die gleiche Leier. Hier hätte es niemals Watergate-Aufklärung gegeben. Denn man bedient wirklich nur stets die gleichen Klischees. Schlimm, für den Bürger, der gegen den Mainstream anschwimmen will - der wird von der staatsdienenden Journalie zum Rechten erklärt, ob er nun will oder nicht! Da ist auch egal, ob er stets nur Unheilig hört oder sein Lieblingssänger Adel Tawil ist - er ist gegen ungebremste Asylantenaufnahme und somit Nazi. Damit macht man sich keine Freunde, Leute. Und nächste Woche sind es schon 15000 ANGEBLICH Rechte beim Pegida-Spaziergang...

Kommentar von "Sohni", 04.12.2014, 14:33 Uhr:

Der kritische Journalismus als Opfer der bösen Anwälte und Lobbys? Wiklich kritischen Journalismus gibt es schon lange nicht mehr in diesem Land weil Sie sich vor all Ihren Berichten schon genau absichern was man eigentlich sagen darf. Deshalb ist es egal ob Sie mit der Journalistischen Masse mit schwimmen oder als angeblich kritischer Journalist gegen den Strom. Sicher ist aber eines auf jeden Fall: der Journalist genießt immer weniger Ansehen. Schaut man sich beispielsweise die Berichterstattung über die Gegendemonstrationen zur Asylpolitik an wird einem schnell klar warum. Dazu noch Anti-russische Kriegshetze und Angst machen vor neuerlichen Finanzkrisen oder Ausbreitung von Ebola und ein wenig Sport und Wetter fertig ist eigentlich das Grundgerüst einer jeden Nachrichtensendung im letzten Halbjahr. Ja und das ist eben Journalismus.

Kommentar von "Hans Holtz", 27.11.2014, 14:57 Uhr:

Hallo, Herr Restle, ist das nur die Alibi-Seite der Öffentlich-Rechtlichen, oder bewirkt unser Bloggen doch etwas? Seit Wochen unveränderte Offerten. Man macht sich ja als Mediennutzer ständig so seine Gedanken - beim ZDF würde mir das nicht auffallen, die sind ja sowieso auf bestem Wege, für die Erinnerungsmedaille staatlicher SED-Berichterstattung eherenhalber und für eine Umbennenung der abendlichen Nachrichtensendung in "Aktuelle Kamera" von den Linken vorgeschlagen zu werden... Den Karl-Eduard-Schnitzler-Hauptpreis diese Woche aber erhält die Bertelsmann-Stiftung für die Veröffentlichung der Studie über die Einzahlungen von 6,4 Millionen Ausländern in dürftige deutsche Kassen! Und diese Tüchtigen, haltet euch fest, kriegen viel weniger(Kindergeldmillionen hat man wohl ganz dabei "vergessen"), als wie die uns bereichern! Ich verstehe das so: Wenn man von Schulden (Sozialleistungen) Beiträge abführt sind dies also wieder EINNAHMEN und somit ein Gewinn für unseren Staatshaushalt! ...

Kommentar von "Johannes", 27.11.2014, 12:53 Uhr:

Vielleicht sollte man eher von konformistischen Medien sprechen, aber das wäre wohl Verharmlosung. Dabei kann dann offen bleiben, ob und wieweit der Konformismus freiwillig oder erzwungen ist. Orientieren wir uns doch einfach an den Fakten. Monitor fordert beispielsweise vom deutschen Aussenminister die Vertretung von Menschlichkeit auf dem Globus. Das klingt gut und sichert Applaus; aber wo ist die engagierte Menschlichkeit der deutschen Medien bzw die von Monitor beispielsweise im Falle Mollath? Der Mann hat als immerhin Whistleblower erst 7 Jahre unschuldig in der Psychiatrie verbringen müssen, bis die kleinen oder grossen Medien darüber berichtet haben. In der Zeit konnten alle Beteiligten Spuren verwischen und ihre Schäfchen ins Trockene bringen. Im Zusammenhang mit Mollath wurde auf die Tatsache hingewiesen, dass es tausende ähnliche Fälle in Deutschland gebe - vor Mollath, mit Mollath, nach Mollath. Seit der Nazizeit und aus dem Ostblock weiss wirklich jeder, dass Psychiatr ...

Kommentar von "Wutbürger", 22.11.2014, 23:37 Uhr:

Wieso gibt es denn noch Zweifel? Diese Woche zeigt doch deutlich, wie dieser Sender dem Diktat unserer Politkaste folgt! Kernthema: Toleranz-Woche. Es wird oftmals gefragt, wie sich das deutsche Volk ab 33 so manipulieren ließ von Goebbels und Konsorten und sich diesen unsäglichen Phrasen hörig machen ließ? Aber das macht man doch in umgekehrter Form jetzt genauso! Minderheitenpropaganda noch und nöcher - kann man nur übelste mediale Holzhammertaktik nennen! Tja, - es kann auch von den übelsten Vorfahren noch was abgeschaut werden, wenn es der aktuellen gutmenschlichen Sache dient... Zum Fremdschämen - wie man beim ÖR Migranten- und Minderheitenhätschelei betreibt! Was glaubt ihr denn, wer hier in diesem Land für diesen ganzen Wahnsinn ausgeblutet wird und auch eure Gehälter zahlen muss? Eure Dumm-Michel-Mitbürger...

Kommentar von "Simone", 24.10.2014, 15:35 Uhr:

Das Leben allgemein ist nichts für Feiglinge. Wenn man aber schon ungefragt auf diese Welt kommt, hat man mutig zu sein.

Kommentar von "Bürger Mundtot", 14.10.2014, 12:18 Uhr:

Muss mal sehen, ob man bei der ARD noch kommentieren kann - beim NDR ist blockiert, seit gestern bereits. Zufall oder nicht? Ein Schelm, wer Arges dabei denkt...

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