Der ungeliebte Wahlsieger

Georg Restle am 09.11.2016

Der ungeliebte Wahlsieger

Von Georg Restle

Entsetzen, Tragödie, Schockzustand: Den Wahlsieg von Donald Trump hatten Deutschlands Eliten offensichtlich nicht auf dem Schirm. Und ja: Auch ich gebe zu, dass ich mir einen US-Präsidenten Donald Trump bis zuletzt nur schwer vorstellen konnte.

Donald Trump

Donald Trump

Aber droht uns deshalb jetzt ein Kulturkampf? Ist die Demokratie in Gefahr? Droht gar der Dritte Weltkrieg? Die Hysterie einiger mag dem Schlafmangel geschuldet sein. Ansonsten täte uns allen etwas mehr Nüchternheit gut. Nein, die Demokratie ist nicht in Gefahr, nur weil uns die Mehrheitsentscheidung der US-Amerikaner vielleicht nicht in den Kram passt. Und wer jetzt den Kulturkampf ausruft zwischen Schwarz und Weiß oder Etablierten und Ausgeschlossenen, der treibt die gesellschaftliche Spaltung nur weiter voran.

Auch wenn’s langweilt - die Wahrheit ist vermutlich viel schlichter: Weil in den USA immer mehr Menschen Angst davor haben, durch die Globalisierung unter die Räder zu kommen. Weil sie den Wohlfahrtsversprechen eines heiß gelaufenen Finanzkapitalismus nicht mehr glauben wollen – und einer Protagonistin dieses Wirtschaftssystems noch viel weniger. Deshalb haben sie sich für den einzigen Gegenkandidaten entschieden, der am Schluss noch übrig blieb. Dass es sich dabei ausgerechnet um einen Finanzhasardeur der schlimmeren Sorte handelt, mag eine der absurdesten Pointen dieses Wahlsiegs sein. Die aber ist eher dem US-amerikanischen Wahlsystem geschuldet als dem fehlenden Urteilsvermögen der Trump-Anhänger. Und apropos Weltkrieg: Ob die Welt mit Hillary Clinton wirklich friedlicher geworden wäre, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.

Was also lehrt uns diese Wahl? Vor allem das: Wer den Populisten in den USA oder Deutschland wirklich das Wasser abgraben will, sollte sich glaubhaft um die berechtigten Sorgen ihrer Anhänger kümmern. Vor allem darum, wie Abstiegsängste bekämpft und Aufstiegschancen ermöglicht werden - und wie Menschen von ihrem Einkommen künftig wieder leben können. Statt den Wählern Trumps ihre Zurechnungsfähigkeit abzusprechen, oder gleich vom Ende der Demokratie zu schwafeln.

Stand: 09.11.2016, 16:30

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47 Kommentare

Neuester Kommentar von "M.", 17.05.2017, 14:39 Uhr:

Wenn es nun die sogenannten, sich selbst auszeichnenden Demokraten in den USA geschafft haben den Präsidenten Trump zu stürzen so könnte ich eine Wette eingehen dass der nächste Präsident oder die nächste Präsidentin aus dem Lager der Demokraten stammt. So langsam könnten einem Zweifel wachsen ob demokratische Regierungsformen in Staaten der Erde noch viele Jahre den Namen Demokratie verdienen. Zumal viele sich selbst immer wieder nennende Demokraten in den letzten Jahren nicht immer demokratisch verhalten haben. Es wurde sich in Angelegenheit en anderer Länder eingemischt, es wurden Demonstrationen und Revolutionen geschürt, es wurden Regierungsstürze inszeniert und es wurden ohne von fremden Staaten direkt angegriffen worden zu sein Kriege geführt.

Kommentar von "M.", 17.05.2017, 14:30 Uhr:

Nun ja, ich kenne diesen Präsidenten Trump nicht. Ich kann mir nur meine Gedanken über das zusammen fassen was in den Medien über ihn berichtet wird. So auch über die Politiker der Gegenseite, der sogenannten oder besser sich selbst betonend nennend, die Demokraten. Hier allerdings ergibt sich ein klareres Bild denn diese Leute saßen schon seit vielen Jahren an den Machthebeln der Welt. Hier sind mir Erinnerungen an "Bunten Revolutionen"," Schürungen von Revolutionen und Kriegen". Einfach ausgedrückt "ein zu starkes Einmischen in Angelegenheiten anderer Staaten" und eine aggressive Hetze gegen Russland weil es dort einen Präsidenten gibt der eine eigene, zum Vorteil von Russland geltende Politik führt. Dieser, scheinbar für US-Politiker nicht folgsame Präsident macht für US-Amerikaner (im Gegensatz zu vielen Regierungspolitikern aus den NATO-Staaten) was er will und somit sehnen sich viele US-Politiker den Präsidenten Jelzin zurück. Dieser Mann stand scheinbar aufgrund seines Genus ...

Kommentar von "M.", 09.05.2017, 18:48 Uhr:

Irgend etwas stimmt nicht mehr mit den Hirnen derzeitiger volksführender Politiker, Journalisten; vielleicht besser ausgedrückt: Demagogen. In den NATO-Staaten wird jeder Politiker höheren Ranges erniedrigend an den Pranger gestellt der irgendwie einen Umhang mit russischen Politiker hat und hatte. So geht es nun wieder erneut dem US-Präsidenten. Seine Kontrahenten aus dem demokratischen Lager versuchen immer wieder diesen Mann aus seinem Amt zu hebeln weil er angeblich Kontakte zu russischen Personen hatte. Was sind derzeitige, sich selbst immer wieder als vorbildliche Demokraten anpreisend, doch oft für undemokratische Heuchler. Menschen, welcher rücksichtslos gegen alle anderen kämpfen welche nicht deren politischen Überzeugung sind. Sie selbst sehen Russland immer wieder als ein zu bekämpfendes Land und schreiben allen anderen vor es Ihnen gleich zu tun. Unabhängig davon dass eine weitere Zuspitzung des Kalten Krieges sehr schnell ein heißer, die Menschheit vernichtender Kr ...

Kommentar von "M.", 06.05.2017, 10:21 Uhr:

Vorabend in der Präsidentenwahl Frankreich. Schon wieder wird darüber berichtet dass der den Links-Grün-68ern gewünschte Kandidat angeblich im Internet ausspioniert wurde. Es scheint schon so eine feste Regel zu sein dass angeblich eMails von gewünschten Kandidaten gehackt wurden. So auch bei der US-Politikerin Clinton. So langsam steigt der Verdacht hoch dass solche Aktionen von den Sympathisanten der Kandidaten volksmeinungsmanipulierend gestreut werden um Sympathien für den Kandidaten zu erwirken. Es wird mit Sicherheit nicht mehr lange dauern und man wird wieder einmal Russland die Hackangriffe zuschieben.

Kommentar von "Friedlich Leben", 20.04.2017, 11:40 Uhr:

Oh oh, nun hatte ein friedliches Verhalten unserer Medien gegen Trump nur ein paar Tage angehalten. Nur nachdem er aggressiv gegen Syrien vorging, er seine Superwaffe auf Afghanistan abwarf, somit viele Menschen starben, und er Nordkorea mit einem Flugzeugträger drohte warf, wurde mal nicht gegen ihn gehetzt. Nun hetzen journalistische Medien wieder mit scharfer Aggression gegen diesen Mann. Er soll angeblich sein Amt nur aufgrund von einer Wahlhilfe durch Putin erlangt haben. Er würde nun eine neue Finanzkrise auslösen und mehr. Was haben viele von derzeitigen Politikern und Journalisten eine undemokratische Gesinnung. Die brauchen nun wirklich nicht auf fremde Länder schimpfen, bei uns in den sogenannten NATO -Ländern sieht es auch nicht besser aus als in den von denen beschimpften Ländern. Im Laufe der vielen Jahrzehnte habe ich auch bei uns schon viel gesehen was nicht der hiesigen angeblicher Wertegemeinschaft entsprechen sollte. Bezug der Wahl und der russischen B ...

Kommentar von "Bernd Schäfer", 14.04.2017, 17:15 Uhr:

Krieg, Krieg und immer wieder Krieg gegen anders denkende Menschen. Da hatte man die Hoffnung dass der neue US-Präsident eine freundlichere Politik betreibt, doch es scheint gleichgültig zu sein ob Clinton oder Trump die Welt regiert. Beide Menschen Politiker sind scheinbar von Natur aus aggressiv und wollen vermutlich den Weissagern recht geben dass das Ende der Erde naht. Es ist nicht zu verstehen dass es in einem Land mit rund einhundertfünfzig Millionen Menschen es zuletzt nur zwei Menschen gab welche für das Präsidentenamt zu Verfügung standen und zwischen denen die US-Bürger entscheiden mussten. Sozial ungerecht für die Weltbevölkerung ist es eh, denn gleichgültig wer in den USA das höchste Amt ausübt, diese Person regiert nicht nur die USA sondern die Welt. Diese Person entscheidet einzig und alleine ob die Menschheit weiter existieren darf oder nicht; und da beide Präsidentenkandidaten sich nach territorialen und politischen Weltherrschaft sehnen und ihr Lieblingssp ...

Kommentar von "Bernd Müller", 13.04.2017, 15:52 Uhr:

Sehr denkwürdig wie schnell es die wahren Führer der Weltpolitik geschafft haben den neuen US-Präsidenten auf ihre poltische Linie einzuschwören. Noch vor kurzem schimpfte der US-Präsident auf die NATO und gestern lobte er die NATO in den schönsten Tönen. Und die westlichen Politiker sowie deren Medien freuen sich scheinbar dass der Präsident nun ihre gewünschte Politik führt. Nun werden die Journalisten sowie Politiker versuchen ihre bisher getätigten verbalen Angriffe auf den Politiker in Vergessenheit geraten zu lassen. Auffällig war gestern auch dass im UN-Rat eine überwiegende Mehrheit der Anwesenden die syrische Regierung und Russland als Syriens Verbündeten vorverurteilten ohne dass der wahre Sachverhalt geklärt ist. Wahrscheinlich wird wie so häufig wieder einmal der wahre Sachverhalt nicht geklärt werden weil die Verursacher denkbar einfach per politischen Willen festgelegt wurde. Ein großes Interesse an wahre Aufklärung des schlimmen Vorfalls scheint nicht zu bestehen. ...

Kommentar von "Friedlich Leben", 10.04.2017, 21:54 Uhr:

Wo ist die tägliche Hetze gegen den neuen US-Präsidenten Trump geblieben. Seit dem von Trump befehltenn Raketenangriff auf die syrische Armee ist bei unseren Politikern und Journalisten dieser Mann plötzlich vom meist gehassten Politiker der Erde zum besten Freund mutiert. Vorher hat sich dieser Mann für eine Verbesserung der Beziehungen zu Russland ausgesprochen und auch im Fall Syrien sich nicht im gleichen Maß negativ gegen Assad ausgedrückt wie die vorherige Regierung. Er beabsichtigte scheinbar eine friedlichere Welt zu schaffen. Nun lässt er die Waffen sprechen und schon erfüllt er scheinbar die Wünsche unserer Politiker und Journalisten und ist ihr bester Freund geworden. Es gibt nichts negatives über ihn mehr zu lesen. Woran liegt es? Dass man scheinbar im Ansehen unserer derzeitigen Politiker sowie Journalisten nur dann hochwertiger ist wenn man sich aggressiv gegen Russland, China, Syrien, Korea usw. verhält. Politiker, welche sich für eine Freundschaft mit Russla ...

Kommentar von "Friedlich Leben", 08.04.2017, 21:19 Uhr:

Ja, der geliebte Wahlsieger in den USA, von allen angeblich demokratischen links-grün-68ern und Russlandfeinden gehasst und offen beschimpft. Auch von unseren Führungspolitikern sowie unserer Regierung. Warum? Weil er vor der Wahl durchklingen ließ dass es die Verbindung zu Russland verbessern wollte. Nun, vom Rakentenangriff der US-Armee auf Syrien an ist der US-Präsident den journalistischen Medien nach unserer Merkel-Regierung scheinbar ein guter Freund geworden. Er hat das gemacht was unsere Regierungspolitiker und deren abhängigen Journalisten sich wünschen: Endlich einen Angriff auf die syrische Armee und sinnbildlich auf Russland als syrischen Verbündeten. Scheinbar ist für unsere staatsführenden Politker eine Hoffnung näher gerückt, der 3. Weltkrieg ist näher gerückt. Im UN-Sicherheitsrat hat der UN-Beauftrage von Bolivien laut Medienberichten gegen den Luftschlag ausgedrückt. Er beanstandete dass es bisher noch keine Erkenntnis und Beweise darüber gibt was da in Syr ...

Kommentar von "Friedlich Leben", 27.03.2017, 18:35 Uhr:

Was ist das für eine Welt, in der Politiker welche mit russischen Politikern sprechen abgestraft werden. Ohne Gespräche kann der Kalte Krieg gegen Russland nicht beendet werden. Wir brauchen Politiker welche mit allen Politikern anderer Staaten sprechen. Wir brauchen keine Politiker welche sich gegenüber Politiker und andere Lönder abschotten und immer nur gegen Führungspolitiker anderer Länder hetzen. Wer hat eigentlich bestimmt dass Russland unser Todfeind und dessen Präsident als zu verachten gilt? Ist das ein Naturgestz oder ist es bestimmt worden von Machtmenschen welche sich von einer Übernahme und Aufteilung Russlands persönliche Vorteile versprechen? Mit dem Status der hier in den NATO-Staaten viel gerühmten "Westlichen Wertegemeinschaft" hat dieser uns von Führungspolitiker verordnete Hass gegen Russland nicht viel zu tun. Wäre es so, so könnten wir ruhig auf diese Wertegemeinschaft verzichten. Die Bevölkerungen der Erde brauchen Frieden und keine fortschreitende H ...

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