Dr. Carsten Flöter

Rollenportrait Carsten Flöter 2013

Georg Uecker spielt

Dr. Carsten Flöter

In der "Lindenstraße" seit Folge 6

Carsten Flöter wird am 05. März 1966, seine Halbschwester Beate vier Jahre später geboren. Die alleinerziehende Mutter Elisabeth arbeitet als Arzthelferin in der Praxis von Dr. Ludwig Dressler in der Münchener Lindenstraße. Nachdem Elisabeth 1986 Dressler heiratet, wird dieser für Carsten zum Vater, den er nie hatte. Ludwig ist es auch, der Carsten zur Seite steht, als dieser die schockierte Elisabeth über seine Homosexualität aufklärt. Carsten studiert ebenfalls Medizin und übernimmt Jahre später Dresslers Praxis. Anfang 2003 heiratet Carsten seinen langjährigen Partner "Käthe" und adoptiert den HIV-infizierten Felix, der seit 1999 bei dem Paar lebt. Nach einigen persönlichen Tiefschlägen und einer ausgeprägten Tablettensucht gibt Carsten seinen Beruf als Allgemeinmediziner auf und konzentriert sich darauf, nicht wieder den Boden unter den Füßen zu verlieren.

Carstens Geschichte

Carsten spricht mit Elisabeth.

Erneut Streit bei Elisabeth (Dagmar Hessenland) und Carsten (Georg Uecker): Sie kann seine Homosexualität nicht akzeptieren.

Da er zunächst keinen Studienplatz erhält, macht Carsten Flöter 1986 seinen Zivildienst. Im gleichen Jahr klärt er seine anfänglich schockierte Mutter über seine Homosexualität auf. Nachdem Elisabeth zu Ludwig Dressler gezogen ist, lebt Carsten gemeinsam mit seinem Freund Gerd in der ehemaligen Wohnung seiner Mutter.

Als Carsten 1987 seinen alten Schulfreund Robert Engel in die Wohnung aufnimmt, bedeutet dies das Ende der Beziehung zu Gerd. 1988 beginnt Carsten sein Medizinstudium. Er erdrückt Robert mit seiner Liebe und Fürsorglichkeit so sehr, dass dieser wieder auszieht. Carsten macht sich auf die Suche nach einem Untermieter und findet in Zorro einen neuen Mitbewohner, der ihm das Leben nicht immer einfach macht. Schnell merken der ordnungsliebende Carsten und der chaotische Zorro, dass ein harmonisches Zusammenleben nicht möglich ist. Zorro zieht schon 1989 wieder aus.

1990 erscheint Robert Engel abermals auf der Bildfläche und Carsten nimmt ihn bereitwillig auf. Die Liebe zwischen Robert und Carsten entflammt erneut. Ende des Jahres verunglückt Elisabeth tödlich – ein schwerer Schlag für Carsten. Die Beziehung mit Robert scheitert 1991 und Carsten beschließt, sein Studium in Sydney fortzusetzen.

Erst 1995 kehrt Carsten aus Australien zurück und gründet mit Urszula Winicki eine Wohngemeinschaft in der Lindenstraße. 1996 macht Carsten sein praktisches Jahr im Krankenhaus. Über seinen alten Freund “Käthe” lernt Carsten Theo Klages kennen. Die beiden werden ein Paar und heiraten 1997. Als “Arzt im Praktikum” arbeitet Carsten derzeit in der Praxis seines Stiefvaters Ludwig Dressler.

Tschüss Theo, hallo "Käthe"!

Käthe und Carsten haben Spaß.

Carsten (Georg Uecker) findet "Käthes" (Claus Vinçon) Maskerade toll, fragt ihn aber auch warum er sich hinter ihr versteckt.

Theo nimmt 1998 einen neuen Job in Gera an und ist nur noch selten in München. Carsten ist völlig überfordert mit seiner Tätigkeit in der Arztpraxis und dem gleichzeitigen Schreiben seiner Doktorarbeit. So lässt er sich von Theo überreden, einen Ghostwriter, Jürgen Conrad, für die Doktorarbeit zu engagieren. Kurze Zeit später beendet Theo die Beziehung und Carsten findet Trost bei “Käthe”.

1999 erhält Carsten seine Approbationsurkunde, doch kurze Zeit später erfährt Ludwig von der erkauften Doktorarbeit. Zutiefst enttäuscht bricht Dressler mit seinem Stiefsohn. Carsten beginnt seine Facharztausbildung in einer Notaufnahme. Gemeinsam mit “Käthe” nimmt Carsten den HIV-infizierten Felix Vogt bei sich auf. Leonie Vogt, die Mutter des Kleinen, ist an Aids erkrankt und Felix‘ Großmutter mit der Pflege ihrer Tochter und der gleichzeitigen Betreuung des Enkels überfordert.

Erst im Jahr 2000 reicht Dr. Dressler Carsten die Hand zur Versöhnung und übergibt ihm seine Arztpraxis. An Ostern 2000 stirbt Felix‘ Mutter und Carsten muss hilflos mit ansehen, wie sehr der Junge leidet. Doch gemeinsam mit “Käthe” gelingt es ihm nach und nach, Felix neuen Lebensmut zu geben.

Anfang 2003 geben sich Carsten und “Käthe” das "Ja"-Wort und adoptieren Felix. Carsten arbeitet weiterhin als praktischer Arzt in seiner Praxis und Schauspieler "Käthe" übernimmt die Rolle des "Dr. Sonnenberg" in einer Arztserie. Kurzzeitig zweifelt Carsten an seiner Berufung als Arzt, als seine Mitarbeiterin Nora Horowitz aufgrund einer von ihm gestellten Fehldiagnose verstirbt.

Felix Hang zum Satanismus

Felix legt Carsten und Käthe Karten.

Felix (Oliver Moser, Mitte) legt Tarot-Karten für Carsten (Georg Uecker, links) und "Käthe" (Claus Vinçon).

Anfang des Jahres 2005 sorgen sich "Käthe" und Carsten um Adoptivsohn Felix, der seit einem Erholungsurlaub in Griechenland völlig verändert scheint. Sein Hang zum Okkultismus bis hin zum Satanismus gefällt den beiden Vätern gar nicht. Zwar ist Felix' Zeit der "Schwarzen Messen" nur von kurzer Dauer, "Käthe" und Carsten bleibt dennoch kaum Zeit zum Durchatmen: Denn auf die Sorgen um Felix folgt unmittelbar eine Krise zwischen den (Ehe)Partnern. Carsten und "Käthe" müssen feststellen, dass sie sich scheinbar auseinander gelebt haben. Doch schon im August 2005 versöhnen sich die beiden und beginnen, ihre Beziehung neu aufzubauen.

So geben sie sich gegenseitig Halt, als Felix ihnen am Neujahrstag 2006 eröffnet, dass er zu seiner neuen Freundin Monika nach Berlin ziehen möchte. Er hat Silvester in deren WG gefeiert und erfahren, dass dort ein Zimmer frei ist, in das er einziehen kann. Auch im nächstgelegenen Gymnasium hat er sich bereits erkundigt und arrangiert, dass er zum Jahresbeginn dort aufgenommen wird. Schweren Herzens lassen Carsten und "Käthe" ihren Schützling ziehen.

Doch das Jahr 2006 hat noch mehr Unannehmlichkeiten für Carsten vorgesehen. Kurz nach Felix' Auszug nimmt ihn der frustrierte "Käthe" als Seelentröster in die Pflicht - dessen Rolle als "Dr. Sonnenberg" wurde gestrichen. "Käthe" versinkt über Wochen im Selbstmitleid und Carsten steht alleine da, als wiederum er den Zuspruch des Partners bräuchte: Denn zu dem Stress in der Praxis kommt noch eine Anzeige der Frauenärztin seiner Freundin Tanja. Entgegen der Meinung der Gynäkologin hatte Carsten die schwangere Tanja krank geschrieben, da sie sich zu müde und schwach zum Arbeiten fühlte. Laut Tanjas Ärztin ein Betrug an den Krankenkassen und Grund genug, Carsten anzuzeigen (Folge 1055). Überfordert in allen Bereichen beginnt Carsten Tabletten gegen den Stress zu schlucken. Zwar zieht die Anzeige letztendlich keine Konsequenzen nach sich, doch mit dem Schlucken von Aufputschmitteln und Tranquilizern hört Carsten nicht wieder auf.

Bunte Pillen als Seelentröster

Carsten nimmt Tabletten ein.

Carsten (Georg Uecker) tröstet sich mit Tabletten gegen seine Einsamkeit.

Auch in der zweiten Jahreshälfte kommt Carsten auf keinen grünen Zweig. "Käthes" beruflicher Egotrip hat den Lebensgefährten für Monate ins ferne New York katapultiert und Busenfreundin Tanja hat seit der Geburt ihres Sohnes Simon nur noch Augen für ihren kleinen "Rabazzo". Ausgleich findet Carsten weiterhin durch seine gefährlichen bunten Pillen.

Die Begegnung mit Cliff de Vries, einem charismatischen schwulen Rechtsanwalt, läutet eine neue Ära in Carstens Leben ein. Einem One-Night-Stand mit Cliff folgen zahlreiche weitere mit namenlosen Zufallsbekanntschaften. Sogar den befreundeten Lotti nimmt Carsten Ende September für eine Nacht mit nach Hause. Der Arzt verstrickt sich immer mehr in ausgiebigen Partynächten, wechselnden Bettgefährten und seinen gefährlichen Cocktails aus "Uppern und Downern".

Im Frühjahr 2007 begeht der krebskranke Buchhändler Gerd Weinbauer, seiner Zeit Carstens erste Liebe, im Beisein des Allgemeinmediziners Suizid. Nach diesem traumatisierenden Vorfall entgleiten Carsten erst recht die Zügel. Ende April werden seine Arzthelferin Lisa Dagdelen und deren Lebensgefährte aufmerksam auf die Drogen- und Alkoholexzesse des Arztes und kontaktieren heimlich Felix in Berlin. Dieser reist umgehend in die Bayernmetropole und ist entsetzt über Carstens desolaten Zustand (Folge 1120). Schnell kann der 19-Jährige seinen Vater davon überzeugen, in Berlin eine Suchttherapie zu absolvieren. Dankbar dreht Carsten für die nächsten sieben Wochen der Lindenstraße den Rücken und überlässt sich den Händen der Spezialisten.

Ende Juli kommt Carsten clean und erholt nach München zurück und meldet sich bei einer freiwilligen Selbsthilfegruppe an (Folge 1129). Als Anfang September "Käthe" aus New York heimkehrt, sieht Carsten seinen neuen "inneren Frieden" erstmals wieder ernsthaft in Gefahr: Die Überdrehtheit seines Partners erinnert Carsten empfindlich an den Egotrip, mit dem "Käthe" ihn seiner Meinung nach im letzten Jahr im Stich ließ. Als Carsten dem Partner reinen Wein über seine Tablettensucht einschenkt, kommt es zum handfesten Ehekrach – in den auch noch ausgerechnet Carstens Ex-Mitbewohner Zorro platzt, der sich erneut bei ihm einnisten will. Nur mühsam gelingt es Carsten und "Käthe", die alte Vertrautheit wieder aufzubauen.

"Nix ist in Ordnung!"

Carsten liegt im Bett und wird von Sandra getröstet.

Sandra (Jennifer Steffens) empfiehlt Carsten (Georg Uecker) eine Auszeit, als er ihr von seiner Tablettensucht erzählt.

Eine unverhoffte Wiederbegegnung mit einem früheren One-Night-Stand stellt im Dezember Carstens Welt erneut auf den Kopf (Folge 1150). Er erleidet beinahe einen Rückfall in die Tablettensucht – wäre da nicht seine sogenannte "Sponsorin" Sandra. Die ehemalige Drogensüchtige hat seit Carstens Eintritt in die anonyme Selbsthilfegruppe ein wachsames Auge auf den noch relativ frisch therapierten Mediziner und steht ihm im Umgang mit seiner Sucht mit Rat und Tat zur Seite. In letzter Sekunde kann sie den überforderten Carsten daran hindern, eine Dummheit zu begehen.

Im Sommer 2009 kommt Carsten kaum noch aus dem Bett. Nicht länger kann er "Käthe", Sandra und Ludwig vormachen, dass mit seiner Gesundheit alles in Ordnung sei. Zumindest "Käthe" und Sandra gegenüber gibt er zu, in den letzten Monaten weiterhin Tabletten genommen zu haben, die seine Leber geschädigt haben (Folge 1227). Carsten gibt die Leitung der Praxis für ein halbes Jahr an Dr. Birthe Tenge-Wegemann ab. Doch auch in dieser Zeit erholt er sich eher schlecht als recht und fühlt sich auch weiterhin nicht im Stande, die Praxis zu führen. Schließlich übergibt er sie im Januar 2010 an einen Kollegen, Dr. Ernesto Stadler (Folge 1258).

Im April 2010 kehrt Felix zurück in die Lindenstraße (Folge 1270). Die Sorge um Carstens Gesundheitszustand hat den Adoptivsohn einen Kanadaaufenthalt frühzeitig abbrechen lassen. Felix' Nähe tut Carsten gut, auch wenn der Sohn wenige Wochen später nach Berlin zurückkehrt, um sein Studium der Medizin aufzunehmen.