Kongress mit AfD und FPÖ soll trotz Kritik stattfinden

Congress-Center Düsseldorf

Rechtspopulisten tagen in Düsseldorf

Kongress mit AfD und FPÖ soll trotz Kritik stattfinden

In Düsseldorf gibt es Ärger um einen für kommende Woche geplanten Kongress europäischer Rechtspopulisten. Der Aufsichtsrat des Messe Congress Centrums hat sich am Freitag (05.02.2016) in einer Sondersitzung entschieden, die Veranstaltung wie geplant stattfinden zu lassen.

Die Fraktion der "Europäischen Konservativen Reformer" (EKR) im Europäischen Parlament hat für den 13. Februar eine Diskussionsrunde geplant - im Düsseldorfer Congress Center an der Messe. Teilnehmen sollen unter anderem Marcus Pretzell, NRW-Chef der AfD und die AfD-Bundesvositzende Frauke Petry. Außerdem sind auch Heinz-Christian Strache, Europa-Abgeordneter und Chef der rechtspopulistischen FPÖ aus Österreich sowie der Europakritiker Richard Sulik aus der Slowakei dabei. Die ERK ist die drittgrößte Fraktion im Europaparlament und will in Düsseldorf unter dem Motto "Europäische Visionen - Visionen für Europa" tagen.

Harte Kritik für die Vermietung kam vom Bündnis "Düsseldorf stellt sich quer". Die Stadt, die Haupteigentümerin der Messe ist, solle keine Räume an rechtspopulistische und rassistische Parteien oder Organisationen vermieten. Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel, SPD, sagte, eine solche Veranstaltung passe nicht zu einer weltoffenen und toleranten Stadt.

Veranstaltung wird stattfinden

Am Freitag (05.02.2016) hat der Aufsichtsrat des Messe Congress-Centrums in einer außerordentlichen Sitzung entschieden, nicht zu versuchen, die Veranstaltung abzusagen. "Nach umfangreicher Prüfung und Diskussion sind die Chancen, die Veranstaltung abzusagen nicht erfolgversprechend. Im Gegenteil ergeben sich Risiken wie erhebliche Schadensersatzforderungen und ein mögliches Einklagen des Veranstalters", so das Centrum. Man distanziere sich aber ausdrücklich von den rechtspopulistischen Inhalten der angekündigten Teilnehmer. In Abstimmung mit dem Aufsichtsrat geht die Geschäftsführung einen anderen Weg. Das Unternehmen spende die Veranstaltungseinnahmen an Flüchtlingseinrichtungen der Landeshauptstadt Düsseldorf.

Stand: 05.02.2016, 15:19

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