Bus und Bahn in NRW werden teurer

Ticketautomat der Rheinbahn in Düsseldorf

Verkehrsverbünde erhöhen Preise

Bus und Bahn in NRW werden teurer

  • VRR, VRS und AVV-Fahrscheine werden rund 3 Prozent teurer
  • Aufschlag wird mit gestiegen Kosten begründet, trotz gesunkener Spritpreise
  • Alte Tickets können noch zwei Jahre umgetauscht werden

Zum Jahreswechsel werden Fahrten im öffentlichen Nahverkehr in weiten Teilen Nordrhein Westfalens teurer. An Rhein und Ruhr, dem Niederrhein und im Raum Aachen steigen die meisten Ticketpreise spürbar an. Nicht betroffen sind das Münsterland sowie Ost- und Südwestfalen. Dort haben die Verkehrsgemeinschaften die Preise bereits am 1. August erhöht.
Begründet werden die Preissteigerungen in den Verkehrsverbünden mit gestiegenen Kosten, obwohl die Energiekosten zum Beispiel für Diesel im Jahr 2015 deutlich gesunken sind. Die Verkehrsverbünde verweisen auf gestiegene Personalkosten und den hohen Zuschussbedarf im Nahverkehr. Mit den Ticketpreisen werden die tatsächlichen Kosten nur etwa zur Hälfte gedeckt. Der Rest der Kosten wird mit Steuergeldern subventioniert.

VRR: Neue Preisstufen

  • Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) werden die Fahrkarten durchschnittlich 2,9 Prozent mehr kosten
  • Der Preis der häufig genutzten Einzelfahrkarte für Erwachsene in der Preisstufe A bleibt mit 2,60 Euro aber stabil
  • Auch Einzeltickets für Kinder werden nicht teurer
  • Die bisherige Preisstufe E fällt weg

Ab Januar gibt es im VRR nur noch vier Preisstufen, also von A bis D. Damit fällt die bisherige Preisstufe E weg. Auch die Unterscheidung in die Regionen "Nord" und "Süd" wurde gestrichen. Damit wird der Ticketkauf für viele Fahrgäste einfacher. Man kann jetzt mit einem Fahrschein der Stufe D alle Busse und Bahnen im VRR-Gebiet nutzen.

VRS: Kinder und Einzeltickets bleiben stabil

  • Im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) müssen die Fahrgäste künftig durchschnittlich 2,8 Prozent mehr bezahlen
  • Die Kosten für Einzeltickets für Kinder und Erwachsene steigen nicht, sie bleiben zwei Jahre lang stabil
  • Teurer wird es zum Beispiel bei den Monatskarten, in der Preisstufe 1b muss ein Erwachsener ab Januar 2,70 Euro mehr bezahlen

Im Bereich Köln, Bonn und Euskirchen, dem VRS-Gebiet, ist Bus- und Bahnfahren in den Jahren 2015 und 2016 um immerhin 5,6 Prozent teurer geworden. Viele Kunden kritisieren die Preispolitik, auch weil im Jahr 2015 viele Züge nicht nach Plan fuhren. Vor allem Pendler aus der Eifel kritisieren Verspätungen, Zugausfälle, überfüllte Züge und verpasste Anschlüsse.

AVV: Preiserhöhung trotz Kritik am Service

  • Der Aachener Verkehrsverbund (AVV) hebt die Preise um durchschnittlich 2,54 Prozent an
  • Ausgenommen von der Erhöhung sind das Einzel-Ticket, das Vier-Fahrten-Ticket sowie die Fahrrad-Tickets

Auch der AVV begründet die Erhöhung mit steigenden Kosten und sinkenden Zuschüssen von Bund und Land. Auch AVV-Kunden kritisieren die zum Teil schlechte Qualität des Nahverkehrs. Überfüllte Züge, Verspätungen, Zugausfälle und fehlende aktuelle Informationen bei Zugausfällen werden als Gründe gegen eine Preiserhöhung genannt. Schließlich hat die Deutsche Bahn wegen der Kritik an ihrem Service zum Fahrplanwechsel Mitte Dezember weitgehend auf Preiserhöhungen verzichtet.

Tipp: Alte Tickets noch lange gültig

Alte Tickets behalten übrigens ihre Gültigkeit noch bis Ende März 2016. Auch danach verlieren sie nicht ihren Wert. Noch zwei Jahre lang können Tickets an den Verkaufsstellen in aktuelle Fahrscheine getauscht werden. Dann muss jedoch die Differenz zu den aktuell gültigen Preisen nachgezahlt werden. Für Sparfüchs ist diese Regelung ein Grund, schnell noch im alten Jahr die alten, preiswerteren Tickets zu kaufen.

Stand: 29.12.2015, 12:22