Kettler bekommt NRW-Bürgschaft

Arbeiter mit Transparenten

Öffentliche Hilfe für Traditionsfirma in Ense

Kettler bekommt NRW-Bürgschaft

Große Erleichterung bei rund 1.000 Mitarbeitern: Die Bürgschaftsbank NRW sichert die Kredite des angeschlagenen Freizeitartikel-Hersteller Kettler ab. Der Bürgschaftsausschuss hat einem Antrag der Firma auf Hilfe am Donnerstagabend (28.01.2016) zugestimmt.

Es soll sich um eine Bürgschaft über 30 Millionen Euro handeln – offiziell bestätigt wird diese Zahl aber nicht, da die Unterlagen und auch die Sitzungen zu dem Vorgang nicht öffentlich sind. Mit der Bürgschaft können die Kredite von Kettler bei den Banken abgesichert werden.

Der Hersteller von Freizeitartikeln, Gartenmöbeln, Sportgeräten und den legendäre Kettcars war im Juni 2015 in die eigenverantwortliche Insolvenz gegangen, konnte die Geschäfte also in Eigenverantwortung weiter führen, ohne externen Insolvenz-Verwalter. Danach hat Kettler die Fahrradproduktion abgegeben und 200 Mitarbeiter an den Standorten Werl und Ense gekündigt. Von ehemals 2.000 werden noch 900 Stellen übrig bleiben.

Finanzexperten sehen jetzt gute Chancen für die Zukunft des Unternehmens. Und eine Prüfung durch den Bürgschaftsausschuss gilt als penibel und sehr aussagekräftig.

mit Informationen von Heinrich Buttermann

Bürgschaftsausschuss

Der Bürgschaftsausschuss bei der Bürgschaftsbank NRW GmbH muss zustimmen, wenn die Geschäftsführung der Bank eine Bürgschaft vergeben will. Die Bürgschaftsbank ist eine Einrichtung der mittelständischen Wirtschaft. Für die Bank bürgen wiederum Land NRW und Bund. Letztendlich muss also die öffentliche Hand einspringen, wenn das durch Bürgschaft gesicherte Kapital dann doch ausfällt.

Stand: 29.01.2016, 08:10

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