Braunkohle-Gegner drangen in Tagebau-Gebiet ein

Polizisten haben im Tagebau Garzweiler in Erkelenz Braunkohle-Gegner eingekesselt

Klimacamp von Umweltschützern

Braunkohle-Gegner drangen in Tagebau-Gebiet ein

  • Umweltaktivisten durchbrechen Polizeisperren
  • Etwa 30 Personen besetzen Braunkohle-Bagger
  • Polizei geht mit Pfefferspray und Schlagstöcken vor

Braunkohle-Gegner haben am Samstag (15.08.2015) im rheinischen Revier bei Erkelenz mit Protestaktionen gegen den Tagebau begonnen. Rund 100 hätten Polizeisperren durchbrochen und seien "in den Tagebau eingedrungen", sagte ein Sprecher der Polizei Düren. Es gab Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Die Beamten nahmen mehrere Personen fest. Zur Zahl der Verletzten machte die Polizei keine Angaben. Ein Polizeisprecher bestätigte den Einsatz von Pfefferspray und Schlagstöcken gegen Demonstranten. Wegen einer Protest-Abseilaktion von Umweltaktivisten musste die Autobahn A 61 am Kreuz Jackerath kurzzeitig gesperrt werden. Es kam zu kilometerlangen Staus.

"Ende Gelände" - Klimaproteste in Garzweiler

Braunkohle-Gegner haben den Betrieb im Tagebau Garzweiler bei Erkelenz gestört. Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Umweltaktivisten. Die Geschehnisse vom Samstag in Bildern.

Braunkohle-Gegner laufen durch den Braunkohletagebau Garzweiler der RWE in Erkelenz

Am frühen Samstagvormittag (15.08.2015) erreichte eine Gruppe von Umweltaktivisten den Braunkohle-Tagebau Garzweiler bei Erkelenz. Motto der Proteste: "Ende Gelände". Die Tagebau-Gegner kamen der Polizei zufolge von einem Klimacamp nahe Erkelenz-Holzweiler. Laut Veranstalter waren es 1.500, nach Polizeiangaben 500.

Am frühen Samstagvormittag (15.08.2015) erreichte eine Gruppe von Umweltaktivisten den Braunkohle-Tagebau Garzweiler bei Erkelenz. Motto der Proteste: "Ende Gelände". Die Tagebau-Gegner kamen der Polizei zufolge von einem Klimacamp nahe Erkelenz-Holzweiler. Laut Veranstalter waren es 1.500, nach Polizeiangaben 500.

Es kam zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. Die Beamten setzten Pfefferspray und Schlagstöcke ein. Umweltaktivisten wurden eingekesselt.

Die Protestaktion sollte nach Veranstalterangaben mit "zivilem Ungehorsam" für eine Abkehr von der klimaschädlichen Braunkohle werben. Der Kohlekonzern RWE sieht in der Demo Hausfriedensbruch.

Demonstranten besetzten einen Tagebau-Bagger. RWE stellte deshalb den Betrieb aus Sicherheitsgründen ein.

Nach der Aktion auf dem Gelände von RWE zogen die Aktivisten weiter zu einer Demonstration.

Der Weg führte sie durch Immerath. Der Ort soll in Kürze dem Tagebau weichen.

Demonstranten ruhten sich vor der Dorfkirche aus. Dazu schallten Technoklänge durchs das Örtchen.

Auch die Bundesregierung wurde von den Aktivisten zum Handeln aufgefordert.

Auch viele Familien nahmen an der Demo für den Klimaschutz teil.

RWE prüft Anzeigen wegen "Hausfriedensbruch"

Braunkohle-Gegner sitzen im Tagebau Garzweiler auf und vor dem Fahrwerk eines Braunkohlebaggers

Braunkohle-Gegner besetzen Bagger

Weil eine Gruppe am Vormittag in die Nähe eines Baggers gelangen konnte, wurde dort der Betrieb gestoppt, bestätigte ein Sprecher des Kohlekonzerns RWE. Rund 30 Aktivisten besetzten den Bagger. Das Abraumgerät in dem Tagebau-Loch ist etwa 80 Meter hoch und 200 Meter lang. Ein RWE-Sprecher sagte, man habe Schilder aufgehängt mit dem Hinweis, dass der Tagebau ein Betriebsgelände sei: "Es handelt sich um eine Industrieanlage mit Gefahrenpotenzial." Er wertete die Aktion als Hausfriedensbruch. RWE prüft nun Strafanzeigen gegen alle Personen, die sich unbefugt auf dem Betriebsgelände aufgehalten hätten. Darunter sei auch ein Journalist der Tageszeitung "taz". Der Konzern hat auch eigene Sicherheitskräfte vor Ort.

Veranstalter kritisiert Polizeigewalt

Martin Weis, Sprecher des Protest-Bündnisses "Ende Gelände", kritisierte den "ruppigen" Polizeieinsatz in Garzweiler. Die Demonstranten hätten lediglich "zivilen Ungehorsam geübt", während die Polizei Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt habe. Eine Journalistin sei verletzt worden. Aktivisten seien eingekesselt worden. Nach Angaben von Weis waren 1.500 Demonstranten vor Ort. Laut Polizei waren es 500 Personen. Die Polizei setzte auch geländegängige Fahrzeuge privater Sicherheitsunternehmen ein.

Polizei sperrt Areal ab

Polizisten haben im Tagebau Garzweiler Braunkohle-Gegner eingekesselt

Nach Angaben von Journalisten wurde das Gebiet nach den Auseinandersetzungen von der Polizei abgeriegelt. Der Braunkohle-Tagebau Garzweiler ist seit Jahrzehnten politisch umstritten. Die Protestaktion am Wochenende soll den Druck auf die Politik vor der Weltklimakonferenz im Dezember in Paris erhöhen. Die Tagebaue seien die größten Kohlendioxid-Verursacher Europas, kritisiert das Bündnis "Ende Gelände". Die Umweltschützer fordern einen Ausstieg aus dem Abbau und der Verbrennung von Braunkohle und eine globale Energiewende.

Braunkohle-Gegner laufen in der Nähe des Tagebaus Garzweiler in Erkelenz an Polizisten vorbei

Braunkohle-Gegner laufen in der Nähe des Tagebaus Garzweiler in Erkelenz an Polizisten vorbei

Nach und nach wurden die Demonstranten laut RWE vom Tagebau-Gelände geführt. "Einige haben sich auch von der Polizei wegtragen lassen", sagte ein Konzernsprecher. Gegen Mittag war die Stimmung sowohl im Protestcamp in Lützerath bei Erkelenz als auch in Immerath direkt am Tagebau relativ ruhig und friedlich. An der offiziellen Demo der Protestcamper am Samstagnachmittag nahmen nach Schätzung unseres Reporters rund 200 bis 300 Menschen teil. Nach RWE-Angaben versammelten sich am Samstag auch mehrere hundert Braunkohle-Mitarbeiter am Tagebau Garzweiler, "um ein friedliches Zeichen für eine sichere, bezahlbare Energieversorgung und gute Arbeitsplätze zu setzen". Wegen der "Gefährdungslage durch Besetzungen und Aktionen der Aktivisten" von "Ende Gelände" brach RWE die Versammlung jedoch ab.

Stand: 15.08.2015, 15:35

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