Tihange 2 war mal wieder abgeschaltet

Panne im umstrittenen belgischen AKW

Tihange 2 war mal wieder abgeschaltet

  • Wasserleck im nicht-nuklearen Bereich des AKW Tihange
  • Laut Betreiber keine Gefahr
  • Reaktorblock 2 einiege Stunden runtergefahren

In den vergangenen Monaten war es immer wieder zu Pannen gekommen: Mal brach ein Brand im Reaktorblock 1 aus, mal taten sich Tausende von feinen Haarrissen im Reaktorblock 2 auf. Tihange 2 war daraufhin vorübergehend stillgelegt worden und wurde erst nach fast zwei Jahren Zwangspause vor kurzem wieder ans Netz genommen. In eben diesem Reaktorblock gab es am Sonntagmorgen (24.01.2016) ein Wasserleck. Daraufhin wurde er außerplanmäßig heruntergefahren. Das Leck wurde behoben und der Reaktor wenige Stunden später am Sonntagabend wieder angefahren. Die Betreiberfirma Electrabel betont, dass der Schaden im nichtnuklearen Bereich aufgetreten sei und keine Gefahr bestehe. Trotzdem müsse der Block heruntergefahren werden, damit die Leitung während der Reparatur nicht unter Druck stehe.

Risse, Brände, streikende Wasserpumpen

Die Anlage rund 70 Kilometer westlich von Aachen wird schon seit Jahren heftig kritisiert, besonders von NRW-Politikern wie Umweltminister Johannes Remmel (Die Grünen), der von einem "Bröckel-Reaktor" sprach und verlangt, dass Tihange und eine ähnliche Anlage in Doel abgeschaltet werden. Die Stadt Aachen prüft, ob sie wegen der Sicherheitsbedenken gegen den Betreiber klagen soll, und wird dabei von Maastricht in den Niederlanden unterstützt.

Stand: 25.01.2016, 08:20