Verletzte bei Feuer in Gelsenkirchen

Alarm wegen brennender Kinderwagen

Verletzte bei Feuer in Gelsenkirchen

  • Kinderwagen im Hausflur gehen in Flammen auf
  • Bewohner mit Rauchgasvergiftungen im Krankenhaus
  • Brandermittler suchen nach der Ursache

Ein angeschmorter Kinderwagen steht in einem durch einen Brand beschädigten Hausflur

Gleich fünf Kinderwagen brannten im Hausflur

Ein Zeuge hatte die Feuerwehr gegen 2:20 Uhr alarmiert. Als die Helfer eintrafen, hatten sich einige der Bewohner des Mehrfamilienhauses im Stadtteil Horst bereits selbst auf die Straße gerettet. Andere riefen aus den Fenstern ihrer Wohnungen um Hilfe. Mehrere Menschen waren auf das Vordach eines benachbarten Hauses geklettert. Die Feuerwehr rettete die verängstigten Menschen über Drehleitern aus ihrer Lage, wie sie am Sonntag (17.01.2016) berichtete. Auch aus dem Treppenhaus mussten Menschen auf die Straße begleitet werden.

Zu diesem Zeitpunkt hatten Polizisten bereits den Brandherd entdeckt und mit einem Handlöscher erstickt: Im Hausflur hatten gleich fünf Kinderwagen in Brand gestanden. Insgesamt mussten 15 Menschen, darunter sechs Kinder, mit leichten Rauchgasvergiftungen ins Krankenhaus.

Haustür war nicht verschlossen

Wie sich die Kinderwagen entzündet hatten, ist nach Aussage eines Polizeisprechers noch unklar. Spezialisten hatten am Sonntagmittag den Brandherd untersucht. "Im Prinzip gibt es nur zwei Möglichkeiten", sagte ein Polizeisprecher dem WDR: "Entweder hat jemand eine Zigarettenkippe weggeworfen oder bei dem Brand wurde nachgeholfen." Die Haustür sei nicht verschlossen gewesen.

Haus in Gelsenkirchen

Die Hälfte der Bewohner sind Flüchtlinge.

Es gebe derzeit keine Hinweise auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund. Der Staatsschutz sei dennoch eingeschaltet worden. Insgesamt seien in dem Mehrfamilienhaus 64 Menschen gemeldet, darunter 35 Flüchtlinge. Letztere seien bei dem Brand aber nicht zu Schaden gekommen. Gelsenkirchens Oberbürgermeister Frank Baranowski (SPD) und Polizeipräsidentin Anne Heselhaus-Schröer besuchten das Haus noch am Sonntag, um sich ein Bild der Lage zu machen. Die Bewohner konnten inzwischen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren.

Stand: 17.01.2016, 16:00

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