Es riecht nach Brandstiftung

Großbrand in Aachener Möbellager

Großfeuer in Aachen unter Kontrolle

Es riecht nach Brandstiftung

  • Möbellager der Firma Poco und Nachbargebäude in Aachen abgebrannt
  • Großfeuer inzwischen unter Kontrolle
  • Erpressungsversuch nicht ausgeschlossen

Auch einen Tag nach dem Brand schwelt am Dienstagvormittag (02.06.2015) immer noch Glut in den Trümmern der Möbelhalle in Aachen. Der Leiter der Feuerwehr, Jürgen Wolff, rechnet damit, dass die Glutnester erst am Nachmittag gelöscht sein werden. Die Feuerwehr ist noch mit zwölf Leuten vor Ort.

Am frühen Montagmorgen (01.06.2015) war in der Aachener Gut-Dämme-Straße ein Möbellager der Firma Poco in Flammen aufgegangen. Die Feuerwehr musste kurz vor halb vier ausrücken. Zeitweilig waren bis zu 150 Feuerwehrleute im Einsatz. Sie konnten nicht verhindern, dass sich der Brand ausbreitete. Auch ein angrenzendes Fitnessstudio sowie eine Indoor-Soccer-Halle wurden zerstört. Der Schaden geht nach ersten Schätzungen in die Millionen.

Größter Brand seit 30 Jahren

Über mehrere Stunden kam es zu starker Rauchentwicklung, die weithin deutlich sichtbar war. Die Feuerwehr riet daher den Anwohnern, Fenster und Türen zu schließen. Die Vorsichtsmaßnahme wurde inzwischen wieder aufgehoben. "Messungen haben ergeben, dass keine Grenzwerte überschritten wurden", sagte eine Feuerwehr-Sprecherin. Die Stadt Aachen sprach vom größten Brand seit 30 Jahren. Mehrere Straßen wurden gesperrt. Rund zwölf Stunden nach Einsatzbeginn waren noch etwa 30 Feuerwehrleute im Einsatz. In der Nacht zu Dienstag (02.06.2015) sorgt eine sogenannte Brandsicherungswache dafür, dass Glutnester nicht wieder aufflammen.

Strafrechtlich relevante Tat?

Ob es einen Zusammenhang mit dem Brand eines Poco-Warenlagers am 22. Mai in Köln gibt, wollte die Staatsanwaltschaft Aachen nicht bestätigen. Sie sagte nur, dass es ein Ermittlungsverfahren gebe. Dabei werde geprüft, ob es sich bei dem aktuellen Brand "um eine strafrechtlich relevante Tat" handelt. Brandsachverständige können ihre Arbeit wegen aufflammender Glutnester noch nicht aufnehmen. Ein Sprecher des Unternehmens Poco sagte: "Wir sind froh, dass keine Menschen zu Schaden gekommen sind." Konkrete Drohungen gegen den Standort Aachen habe es vor dem Brand nicht gegeben.

Erpresserbrief nach ähnlichem Brand in Köln

Nach Informationen der "Kölnischen Rundschau" war nach dem Brand in der Domstadt bei Poco ein Brief eines Erpressers eingegangen, der eine Millionensumme forderte. Der Täter habe mit einem erneuten Feuer gedroht, wenn nicht gezahlt werde. Bei einer fingierten Geldübergabe am 26. Mai sei dann ein 51-Jähriger festgenommen worden. Der Mann habe jedoch bestritten, das Unternehmen erpresst zu haben. Er habe lediglich Pfandflaschen gesammelt.

Beweislage nicht ausreichend für Haftbefehl

Die Kölner Staatsanwaltschaft bestätigte, dass es Ermittlungen wegen versuchter Erpressung eines in Köln tätigen Unternehmens gebe, nannte Poco jedoch nicht namentlich. Nach der Festnahme des 51-Jährigen sei die Beweislage nicht ausreichend für einen Haftbefehl gewesen. Es werde aber weiter gegen ihn ermittelt. Auch der Kölner Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer machte keine Angaben dazu, ob es Verbindungen zwischen den Bränden in Köln und Aachen gibt.

Stand: 02.06.2015, 11:03