Ex-Bodyguard von Verona Pooth vor Gericht

Landgericht Düsseldorf

Ex-Bodyguard von Verona Pooth vor Gericht

Von Martin Höke

Ein früherer Bodyguard von Entertainerin Verona Pooth steht seit Donnerstag (18.02.2016) wegen Mordes vor dem Düsseldorfer Landgericht. Laut Anklage hat er seine elf Jahre ältere Ehefrau in der gemeinsamen Wohnung zunächst mit einem Schlafmittel betäubt und dann mit Kabelbindern erdrosselt.

Für Staatsanwalt Martin Stücker war die Tat eindeutig ein heimtückischer Mord. "Das Opfer hat zum Tatzeitpunkt geschlafen und mit einem Angriff nicht gerechnet." Das sieht Nicolai Mahmeghani, der Anwalt des Angeklagten ganz anders. Er geht von Totschlag aus. Der Angeklagte Jens. H. hat sich zu den Vorwürfen noch nicht geäußert. Er war mit seiner Frau in zweiter Ehe verheiratet.

Tochter findet Leiche der Mutter

Noch in der Tatnacht Ende August war der Angeklagte zu einem Bekannten gefahren und hatte ihm aufgelöst berichtet, seine Frau läge leblos in der Wanne. Der verständigte deren Tochter. Die 27-Jährige fuhr zu der Wohnung des Paares und fand de Leiche ihrer Mutter in der Badewanne. 16 Stunden nach der Tat ließ sich Jens H. im Taxi zu seinem Wohnhaus bringen. Warum er dort auftauchte, ist unklar. Die Polizeibeamten erkannten ihn und nahmen ihn fest.

War die Tat geplant und vorbereitet?

Laut Anklage hatte Jens H. seine tote Frau nach der Tat in die Badewanne gelegt und dort zehn Mal mit einem Messer auf sie eingestochen. Anschließend soll er ihr die Fingerkuppen mit einer Rosenschere abgetrennt haben. "Er könnte es getan haben, um eine Identifizierung zu erschweren", vermutet Staatsanwalt Martin Stücker.

Stücker ist davon überzeugt, dass der 39-Jährige die Tat geplant und vorbereitet hat. Denn der Angeklagte hatte sich zwei Tage zuvor bei seinem Hausarzt ein Beruhigungsmittel in hoher Dosis verschreiben lassen und am nächsten Tag Kabelbinder im Baumarkt besorgt.

Tatmotiv bleibt ein Rätsel

Verona Pooth

Verona Pooth ist entsetzt über die Vorwürfe

Als Tatmotiv vermuten die Ermittler Geld- und Eheprobleme. So soll Jens H. Schwierigkeiten gehabt haben, die Mitarbeiter seiner beiden Sicherheitsfirmen zu bezahlen. Doch einen Tat im Streit, also im Affekt, schließt der Staatsanwalt aus. Das Opfer habe keinerlei Abwehrverletzungen gehabt.

Die Entertainerin Verona Pooth hatte sich nach Bekanntwerden der Vorwürfe entsetzt und überrascht gezeigt: "Er war stets ein sehr freundlicher und zuvorkommender Fahrer und Bodyguard." Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht dem 39-Jährigen eine lebenslange Haftstrafe.

Stand: 18.02.2016, 08:14

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