Rollende Daten-Kraken

Web-Video zum Datenschutztag

Rollende Daten-Kraken

Von Conny Crumbach und Leo Leowald

Zu schnell gefahren, zu spät gebremst oder die rote Ampel übersehen? Fast jedes Auto speichert heute Daten zum Fahrverhalten. Anlässlich des Europäischen Datenschutztages (28.01.2014) zeigen wir im Video unter anderem, wie das eigene Auto zum Zeugen der Anklage werden kann.

Wo speichern Autos Daten?

Insgesamt gibt es etwa 80 Steuerungsgeräte im Auto, die Daten zum Fahrverhalten speichern. Besonders genau speichert das Airbag-Steuerungsgerät – allerdings nur dann, wenn der Airbag auch ausgelöst wird. Nach einem Unfall können Experten aus diesen Daten ablesen, wie schnell man gefahren ist, wie schwer der Beifahrer war oder wie stark gebremst wurde. Auch manche Autoschlüssel von einzelnen Herstellern speichern Daten: zum Beispiel die Außentemperatur vor Fahrtbeginn.

Wer hat Zugang zu den Daten?

Die Daten in den Autos sind verschlüsselt. Gelesen werden können sie von Autowerkstätten, den Autoherstellern – aber nicht vom Autobesitzer. Außerdem gibt es in Deutschland zurzeit fünf bestellte und vereidigte Sachverständige, die diese Daten für gerichtliche Gutachten auswerten.

Welche Bedenken haben Datenschützer?

Datenschützer kritisieren, dass viele Autobesitzer nicht darüber informiert werden, welche Daten ihr Auto speichert. Außerdem gilt es als fragwürdig, dass die Hersteller freien Zugang zu den Daten haben. Auch die Nutzung der Autodaten vor Gericht wird kritisiert. Denn die torpediert das Aussageverweigerungsrecht des Fahrers. Sagt der vor Gericht nicht aus, können die Daten aus seinem eigenen Auto gegen ihn verwendet werden.

Wie könnte die Zukunft aussehen?

Werden Autos in Zukunft standardmäßig mit Android-Technologie ausgestattet – sind also immer online - , können immer mehr Daten etwa zu Geschwindigkeit, Route und Aufenthaltsort permanent gespeichert und gesendet werden. Experten geben zu bedenken, dass so eine totale Überwachung von Autofahrern möglich wird.

Stand: 28.01.2014, 06:00

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