RWE beschließt Konzernumbau

Neue Struktur für Energieversorger

RWE beschließt Konzernumbau

  • RWE beschließt Unternehmensumbau
  • Tochtergesellschaften werden geschlossen
  • Alle Standorte sollen erhalten bleiben

Die Struktur des Essener Energieversorgers werde drastisch vereinfacht, teilte RWE am Montag (10.08.2015) mit. Der Aufsichtsrat billigte demnach die Pläne von Vorstandschef Peter Terium für eine drastische Vereinfachung der Unternehmensstruktur. Die Anzahl der GmbHs im RWE-Reich soll dadurch um 30 Prozent, die Anzahl der Aktiengesellschaften um 60 Prozent und die Anzahl der Aufsichtsratsgremien sogar um 70 Prozent reduziert werden. Damit will der Konzern den Bürokratieaufwand reduzieren und Entscheidungen beschleunigen. Ein Arbeitsplatzabbau soll bei dem Umbau nicht im Vordergrund stehen.

"Diese Veränderungen sind weitere Meilensteine auf dem Weg, RWE fit für die neue Energiewelt zu machen", betonte Peter Terium. Die neue RWE AG werde schneller und wendiger sein, so wie es die tief greifenden Veränderungen des Energiemarktes verlangten. RWE leidet angesichts der Energiewende und des Booms der erneuerbaren Energien unter einem heftigen Verfall der Strompreise im Großhandel. Das lässt die Gewinne des Konzerns dramatisch sinken.

Terium betonte, RWE als Ganzes erhalten zu wollen. "Wir sind eine RWE und wollen es bleiben. Aber ohne Veränderungen können wir den Konzern nicht wetterfest machen für die Zukunft." Damit geht das Unternehmen nicht so weit wie Konkurrent Eon, der seine gesamten Kohle-, Atom-, Gas- und Wasserkraftwerke in eine neue Gesellschaft ausgliedert und sich selbst künftig allein auf Vertrieb, Netzbetrieb und Ökostrom konzentriert. Allerdings hält er sich eine Aufspaltung des Konzerns weiter ausdrücklich offen. Diese Option könne der Konzern "zu jedem Moment" ziehen, falls sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter verschärfen sollten, sagte Terium.

Umsetzung bis Anfang 2017

Redner vor einem RWE-Schriftzug

RWE-Chef Peter Terium holt mehr Macht in die Zentrale

Mit dem Umbau holt Terium mehr operative Macht in die Zentrale. Die bisherige Management-Holding wird in eine operative Gesellschaft umgewandelt, in der das Vertriebs- und Netzgeschäft zusammengeführt wird. Rechtlich eigenständig bleiben die Handelstochter Supply & Trading, die Ökostromsparte Innogy sowie der Kraftwerksbereich, sie sind jedoch mit ihren Chefs künftig im Konzernvorstand vertreten. Die Änderungen sollen bis Anfang 2017 umgesetzt werden.

Aktionärsschützer begrüßten die Umbaupläne. Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler, sagte: "Damit kann hoffentlich endlich eine bessere Zukunft für die RWE beginnen." Der Konzern habe endlich die Verkrustungen aufgebrochen, die seit Jahren einem Neuanfang im Wege gestanden hätten.

RWE-Chef Terium hatte bislang versucht, vor allem mit harten Einsparungen gegen die Krise anzukämpfen. Zu seinem Amtsantritt Mitte 2012 hatte der Konzern knapp 72.000 Beschäftigte, Ende März 2015 waren es nur noch gut 59.000. Neben dem Verkauf von Geschäftsteilen musste neben der Verwaltung vor allem die Kraftwerkssparte erheblich Federn lassen.

Stand: 10.08.2015, 18:25