Abstimmung über Bekenntnisschulen

Kruzifix im Klassenzimmer

Abstimmung über Bekenntnisschulen

An vier Paderborner Grundschulen entscheiden jetzt die Eltern, ob sie weiter als katholische Bekenntnisschulen geführt werden sollen. Der Anteil katholischer Schüler ist dort in den vergangenen Jahren auf unter 50 Prozent gesunken.

In den nächsten Wochen dürfen die Eltern von vier Grundschulen in Paderborn entscheiden, ob diese katholische Bekenntnisschulen bleiben sollen.

Die Alternative wäre die Umwandlung der Schulen in überkonfessionelle Gemeinschaftsschulen. In den vier Bekenntnisschulen ist der Anteil der katholischen Schüler inzwischen auf unter 50 Prozent gesunken.

Geheime Wahl

Im vergangenen Herbst hatte der Schulausschuss der Stadt beschlossen, dass nun die Eltern entscheiden dürfen, wie die Grundschulen künftig ausgerichtet sein sollen - katholisch oder offen für alle Konfessionen. Den Anfang der geheimen Abstimmung macht von heute (22.02.2016) bis Mittwoch die Grundschule Heinrich. Bis März läuft die Abstimmung dann noch an den Grundschulen Stephanus, Elisabeth und Bonifatius. Wenn mehr als die Hälfte der Eltern der Umwandlung der Bekenntnisschule zustimmen, wird diese zum kommenden Schuljahr in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt, entschied die Stadt im Oktober.

Bekenntnisschule in der Kritik

In der jüngeren Vergangenheit hatte es an der Pader einigen Ärger in Sachen Bekanntnisschule gegeben. Es kam sogar zu einem Rechtsstreit - mit dem Ergebnis, dass eine katholische Grundschule einen muslimischen Jungen als Schüler ablehnen durfte. So entschied das Verwaltungsgericht Minden. Die Eltern hatten nicht gewollt, dass ihr Sohn am katholischen Religionsunterricht teilnimmt. Wer aber seine Kinder zu einer Bekenntnisschule schickt, muss das mit allen Konsequenzen tun, meinten die Richter. Das sei in der Landesverfassung so vorgesehen. Den Einwand, dass in der Schule die katholischen Schüler längst in der Minderheit seien, ließ das Gericht nicht gelten. Die Richter mahnten aber gleichzeitig die Stadt Paderborn, für ein bedarfsgerechtes Schulangebot zu sorgen und notfalls eine Schule ohne Elternbefragung umzuwandeln. Mit anderen Worten: Die Schulplaner müssen reagieren, wenn sich die Bevölkerungsstruktur in einer Stadt ändert.

Stand: 22.02.2016, 11:29

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