Mindestens 30 Häuser beschädigt

Ausschlag des Seismographen mit Angabe der Erdbebenstärke

Tagebau löste Erdbeben in Bergheim aus

Mindestens 30 Häuser beschädigt

Das Erdbeben rund um Bergheim vor drei Wochen am 22.12.2015 ist vom Braunkohletagebau verursacht worden. Das haben Untersuchungen von Experten jetzt bestätigt. Beim Tagebaubetreiber RWE liefen inzwischen Schadensmeldungen ein.

Bislang haben etwa 30 Hausbesitzer Schäden an ihren Häusern festgestellt - dabei vor allem Risse in den Wänden, so ein Sprecher des Tagebaubetreibers RWE. Die Schäden sollen dann repariert werden, wenn sie tatsächlich durch das Erdbeben entstanden seien, so das Unternehmen. Jeder gemeldete Fall werde geprüft.

Gefahr durch Absenkungen

Die Geologen sehen sich bestätigt. Denn bereits kurz nach dem Beben war vermutet worden, dass es mit den Grundwasserabsenkungen im rheinischen Tagebau zusammenhängen könnte. Die aktuellen Untersuchungen des Geologischen Dienstes NRW und der Erdbebenwarte Bensberg untermauern diesen Zusammenhang.

Immer wieder bebt die Erde

Bergschäden

Ob es sich bei einem Riss um einen Bergschaden handelt, darüber entscheidet der Tagebaubetreiber RWE.

Laut Erdbebenwarte der Universität Köln in Bensberg sind Erdbeben im Gebiet des rheinischen Tagebaus keine Seltenheit. Weil rund um die großen Tagebaue Hambach, Inden und Garzweiler ständig Grundwasser abgepumpt werden müsse, komme es im Boden immer wieder zu Setzungen. Dadurch würden mehrmals im Jahr leichte Erdstösse ausgelöst. Fast alle blieben jedoch unterhalb der Wahrnehmungsschwelle. Das Beben vom 22.Dezember hatte jedoch eine Stärke von 2,4. Zuletzt habe es Erdstöße dieser Intensität im Rheinland zuletzt in den 90er Jahren gegeben.

Nicht alle Beben spürbar

Weil das Beben vor drei Wochen mit einer Stärke von 2,4 in etwa ein bis zwei Kilometer Tiefe stattfand, sei es gerade in Bergheim und Umgebung "recht stark" zu spüren gewesen, so die Erdbebenstation Bensberg. Vorläufige Auswertungen hatten zunächst eine Stärke von 2,7 ergeben. Dieser Wert wurde schließlich nach unten korrigiert. Es war niemand verletzt worden.

Stand: 13.01.2016, 08:26

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